Die KI-Unternehmen suchen gerade keine Informatiker – sie suchen Ihren Beruf
Ein Modell schreibt über Pflege, über Buchhaltung, über Statik und über Küche gleich flüssig. Falsch wird es in den Einzelheiten, und die sieht nur, wer das Fach kennt. Genau dafür werden in Deutschland Leute angeworben: mit zwanzig Jahren im Beruf statt mit einem Abschluss in Informatik.
Redaktion Nimskov & Co · Prüfungen vom 21. September 2026
Warum dafür bezahlt wird →01 – Der Befund
Wo das Modell durchkommt
Ein Sprachmodell erzeugt die wahrscheinlichste Fortsetzung, nicht die richtige. In einem allgemeinen Text merkt das niemand. In einem fachlichen merkt es sofort, wer das Fach kennt: eine Dosierung, die nicht geht; eine Buchung, die so nicht gebucht werden darf; eine Spannweite, die nicht trägt; ein Arbeitsschritt in der falschen Reihenfolge.
Diese Fehler sind für das Unternehmen teuer und für den Laien unsichtbar. Deshalb werden sie eingekauft – nicht als Beratung, sondern als Kleinarbeit: gegenlesen, bewerten, zwei Antworten vergleichen, begründen. Der Fachbegriff lautet Annotation.
Nicht Ihr Umgang mit der Maschine wird bezahlt, sondern Ihr Urteil über das, was sie behauptet.
Warum ausgerechnet Erfahrung
Ein Modell hat jeden Text gelesen und keinen einzigen Tag gearbeitet. Es kennt die Formulierung für einen Verbandswechsel, aber nicht den Widerstand, den man dabei spürt. Es kennt die Regel und nicht die Ausnahme, die jeder im Betrieb kennt.
Deshalb fragen mehrere dieser Anbieter nicht nach Ihrem Alter, sondern nach Ihren Jahren: Wie lange, in welchem Feld, und können Sie das belegen. Wer zwanzig Jahre in einem Beruf steckt, hat genau den Bestand, der in den Trainingsdaten fehlt.
Was das konkret heißt
Fünf Tätigkeiten kommen in Frage, und sie verlangen Unterschiedliches. Zwei davon brauchen kein Englisch. Eine braucht ein Mikrofon und ein ruhiges Zimmer. Eine verlangt eine Anmeldung beim Finanzamt, bevor überhaupt etwas beginnt. Welche zu Ihnen passt, hängt an Ihrem Feld, Ihrem Englisch und daran, was zu Hause bereitsteht.
Was vorher gesagt sein muss
Nichts davon ist leicht oder sicher. Bewerbungen dauern Wochen, Eingangstests sieben aus, Projekte schließen mitten in der Anmeldung. Bei der Prüfung für diese Seite hat ein Anbieter seinen Beitragsbereich auf einen anderen Namen umgestellt, und ein zweiter leitet den Anmeldeweg heute über eine Schwesterseite.
Diese Seite nennt keine Beträge, auch dort nicht, wo die Anbieter selbst welche angeben. Was dabei herauskommt, hängt vom Fach ab, von der Sprache und von der Zahl der Aufträge, die in der Woche Ihrer Bewerbung offen sind.
Diese Seite ist werblicher Inhalt. Sie ist kein Arbeitgeber und vermittelt keine Anstellung. Sie sagt keinen Verdienst zu, nennt keine Beträge und verkauft weder Kurs noch Betreuung. Die genannten Plattformen entscheiden allein über ihre Bedingungen und können eine Bewerbung ablehnen.
Zwei Minuten · anonyme Antworten · ohne Konto
02 – Die Reihe
Acht Fragen, und die Mappe nennt die Tätigkeit, die zu Ihrem Beruf passt
- 8Fragen
- 5Tätigkeiten
- 7Plattformen
- 2Minuten
- Sie antwortenFeld, Jahre, Nachweis, Englisch, Technik, Zeit. Ohne Konto, und ohne vorher etwas herzugeben.
- Daraus ergibt sich eine der fünf TätigkeitenPrüfblick, Sachverstand, Tonspur, Bildarbeit oder eigener Auftrag. Das Ergebnis steht in der Mappe, nicht auf dieser Seite.
- Die Mappe kommtPer E-Mail, mit den Plattformen, die für diese Tätigkeit Leute suchen, und dem, was sie beim Einstieg verlangen.
03 – Schritt 1 von 2
Welche dieser Tätigkeiten steht Ihnen offen?
Alle fünf werden vergütet, je Aufgabe oder je Auftrag. Keine davon ist eine Anstellung und keine ist sicher: Die Plattformen entscheiden allein, wen sie nehmen.
Wohin schicken wir die Mappe?
Ihre Antworten sind erfasst. Die Mappe nennt die Tätigkeit, die sich daraus ergibt, und die Plattformen, die dafür Leute suchen – Zugangsbedingungen, verlangte Sprache und das, was in der Praxis hakt. Danach eine Nachricht, wenn eine Plattform ihre Bedingungen ändert oder wieder aufnimmt. Die Mappe informiert: Sie sagt weder einen Auftrag noch eine Aufnahme noch einen Verdienst zu.
04 – Die fünf Tätigkeiten
Wofür die KI-Unternehmen bezahlen
Fünf Arten, für Arbeit an KI-Systemen vergütet zu werden. Sie schließen einander nicht aus: Wer lange in einem Beruf war, bringt meist zwei davon mit. Die Reihe nennt diejenige, mit der der Anfang am leichtesten fällt.
- Der Prüfblick
Zwei Antworten der Maschine auf dieselbe Frage, und Ihre Aufgabe ist zu sagen, welche taugt und woran es bei der anderen liegt. Kleinteilig, je Aufgabe vergütet, und kein Englisch nötig.
Ohne Englisch · je Aufgabe - Der Sachverstand
Sie beurteilen nicht die Sprache, sondern die Sache: Stimmt diese Dosierung, ist diese Buchung möglich, hält diese Spannweite. Dafür werden Fachleute angeworben, oft mit Nachweis über den Beruf.
Englisch nötig · je Aufgabe - Die Tonspur
Vorgegebene Sätze vorlesen und aufnehmen, meist in kurzen Einheiten. Gesucht sind erwachsene Stimmen, regionale Färbung ausdrücklich eingeschlossen.
Muttersprache · je Aufnahme - Die Bildarbeit
Umranden, benennen, einordnen: Bilder und Videos für das Training vorbereiten. Keine Sprache nötig, dafür Regelmäßigkeit und ein Bildschirm, an dem man Stunden aushält.
Ohne Sprache · je Aufgabe - Der eigene Auftrag
Eine ganze Fähigkeit verkaufen statt einzelner Aufgaben: Texte, Übersetzungen, Lektorat, Schulung. Der Weg mit dem meisten Vorlauf, weil er mit einer Anmeldung beginnt und nicht mit einer Bewerbung.
Mit Anmeldung · je Auftrag
05 – Geprüft am 21. September 2026
Sieben Plattformen im Überblick
| Plattform | Sprache | Abrechnung |
|---|---|---|
| Outlier Fachbeiträge, international | Bewerbung und Vorgaben englisch | je Aufgabe, projektabhängig |
| Mindrift Fachaufträge, vormals Toloka | Oberfläche englisch, Aufgaben mehrsprachig | je abgeschlossenem Auftrag |
| Clickworker Mikroaufgaben auf Deutsch | durchgehend deutsch | SEPA oder PayPal nach Freigabe |
| CrowdGen Projekte aus dem Appen-Umfeld | regelmäßig deutschsprachige Projekte | je Projekt |
| Welocalize Sprachdaten und Bewertung | Deutsch als Zielsprache, Englisch für die Vorgaben | projektabhängig |
| Prolific bezahlte Studien und Datenerhebungen | Studien überwiegend englisch, deutsche kommen vor | je abgeschlossener Studie |
| freelancermap Aufträge für Selbständige | deutsch | Honorar, mit dem Auftraggeber verhandelt |
| ELSTER die Steuerverwaltung | deutsch | keine – eine Behörde, kein Auftraggeber |
06 – Warum Sie sich darauf verlassen können
Warum hier kein Betrag steht
Wer Ihnen sagt, was Sie verdienen werden, kennt weder Ihr Fach noch Ihre Sprache noch die Zahl der Aufträge, die in dieser Woche offen sind.
Die Plattformen nennen ihre eigenen Sätze und können sie begründen. Wir setzen etwas anderes dagegen: woran es hakt. Bewerbungen, die Wochen dauern, Projekte, die während der Anmeldung schließen, Länderquoten.
- Kein Betrag. Weder von uns, noch von den Plattformen übernommen, noch auf einem Bildschirmfoto.
- Kein erfundener Erfahrungsbericht. Keine Zitate erdachter Nutzer, keine Sterne, kein Teilnehmerzähler.
- Kein bezahlter Link auf eine Behörde. ELSTER ist kein Partner und wird auch keiner.
- Kein Weiterverkauf Ihrer Daten. Was Sie eintragen, kommt zu uns, nicht zu den Plattformen.
Wie geprüft wurde
- Jede Adresse wurde am 21. September 2026 aus Deutschland aufgerufen und daraufhin angesehen, ob weiterhin Privatpersonen aufgenommen werden.
- Ein Name hat sich geändert: Der Beitragsbereich von Toloka heißt heute Mindrift, und die alte Adresse leitet dorthin weiter.
- Ein Anmeldeweg führt heute woanders hin: Wer bei Appen auf „Join our crowd“ klickt, landet bei CrowdGen. Verlinkt ist deshalb CrowdGen selbst.
- Eine Adresse antwortet nur ohne „www“: crowdgen.com. Verlinkt ist die Schreibweise, die erreichbar ist.
- Sprache, Zugangsbedingungen und Abrechnungsweg stammen aus der öffentlichen Darstellung der jeweiligen Plattform.
- Die von den Plattformen genannten Beträge wurden bewusst nicht übernommen, auch dort nicht, wo sie groß angeschrieben stehen.
07 – Fragen
Bevor Sie anfangen
- Muss ich etwas von künstlicher Intelligenz verstehen?
- Nein. Gesucht wird das Gegenteil: Menschen, die etwas anderes verstehen – ein Handwerk, ein Fach, eine Sprache – und deshalb sehen, wo die Maschine danebenliegt.
- Zählt mein Beruf, wenn ich ihn nicht mehr ausübe?
- Ja. Bewertet wird, was Sie beurteilen können, nicht wo Sie heute angestellt sind. Mehrere Anbieter fragen nach Jahren im Fach und nicht nach einem laufenden Arbeitsvertrag.
- Wie viel lässt sich damit verdienen?
- Dazu steht hier nichts, und das ist Absicht. Es hängt vom Fach ab, von der Sprache, vom Profil und davon, wie viele Aufträge in der betreffenden Woche offen sind. Wer Ihnen dazu eine Zahl nennt, kennt nichts davon.
- Brauche ich Englisch?
- Für den Sachverstand ja, und zwar täglich. Für den Prüfblick, die Tonspur und die Bildarbeit nicht. Die Fragenreihe rechnet das mit.
- Ist das eine Anstellung?
- Nein. Keiner dieser Anbieter stellt Sie an. Sie übernehmen Aufgaben oder Aufträge auf eigene Rechnung und hören auf, wann Sie wollen. Was das an Anmeldung verlangt, steht auf „Status und Steuer“.
- Kann ich abgelehnt werden?
- Ja. Eingangstests sieben aus, Länderquoten begrenzen, Kampagnen schließen. Eine Bewerbung kann scheitern oder wochenlang unbeantwortet bleiben. Diese Seite reicht keine Bewerbung weiter und hat darauf keinen Einfluss.
- Wozu meine Adresse?
- Für die Mappe: die Tätigkeit, die sich aus Ihren Antworten ergibt, und die Anbieter, die dafür in Frage kommen. Danach eine Nachricht, wenn sich Bedingungen ändern. Keine Fremdwerbung, Abmeldung mit einem Klick.
08 – Die Reihe
Sehen Sie, welche dieser Tätigkeiten Ihnen offensteht
Acht Fragen zu Feld, Jahren, Sprache und Zeit. Danach kommt die Mappe per E-Mail, ohne Konto und ohne Zahlung.
Keine Zahlung verlangt · Abmeldung mit einem Klick · wir verkaufen Ihre Daten nicht